2. Dezember 2014

Rezension Ken Follett - Sturz der Titanen

"Sturz der Titanen" lag jetzt bestimmt sicher schon seit seinem Erscheinen auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Aber irgendwie sollte es nicht sein und dann habe ich mir gedacht, hebe ich das Buch auf, bis der letzte Teil der Trilogie erscheint (was ja vor ein paar Wochen der Fall war).

Wahrscheinlich wäre es aber trotzdem noch länger auf meinem SuB geblieben, wenn ich nicht zufällig (und rechtzeitig!) auf Lovelybooks eine Leserunde dazu entdeckt hätte. In diesem Zusammenhang auch ein Dankeschön an alle Teilnehmer, denn sonst hätte ich mich jetzt bestimmt nicht aufgerafft!

Zum Inhalt:


Ken Follett beschreibt das Schicksal mehrerer Personen kurz vor, während und noch einige Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Da ist einmal Ethel, die am Anfang im Haushalt von Earl Fitzherbert als Haushälterin arbeitet, dann aber nach London geht, als sie von Fitz schwanger wird. Zusammen mit Maud, der Schwester von Fitz, kämpft sie dort für die Frauenrechte.

Maud verliebt sich in einen Deutschen - Walther von Ulrich - und heiratet ihn heimlich, bevor der Krieg ausbricht. Als es zum Krieg kommt, werden sie getrennt und keiner weiß, ob und wann sie einander wiedersehen werden.

Grigori und Lev sind ein Brüderpaar im zaristischen Russland. Während Lev nach Amerika geht, bleibt Grigori in Russland und wirkt an der Revolution mit, die zum Sturz des Zaren führt.

Als letztes führt Follett die Familie Dewar ein, wo Gus als Berater von Präsident Wilson arbeitet und mit ihm zusammen den Traum vom "Völkerbund" umsetzen möchte.

Meine Meinung:


Da besonders im Sommer recht viel zum Thema 1. Weltkrieg in den Medien zu lesen und zu sehen war, waren mir zumindest die Dinge, die zum Krieg geführt haben, noch recht geläufig. Was sich allerdings im Krieg selbst abgespielt hat, hatte ich ziemlich vergessen und ein Aspekt, den Follett vor allem gegen Ende beleuchtet, war mir gänzlich unbekannt.

Was mir gut gefallen hat, waren die echten Ereignisse aus dieser Zeit (beispielsweise die russische Revolution während des Krieges), die Follett sehr geschickt mit dem Lebensweg seiner Figuren verflochten hat. Auch dass sich die einzelnen Charaktere immer wieder treffen, hat mir sehr gut gefallen. Die geschichtlichen Zusammenhänge (der endgültige Untergang der "alten" Welt) werden lebendig und regen zum Nachdenken an (Dazu gelernt haben wir meiner Meinung nach immer noch sehr wenig).

An einigen Stellen wurde das Buch aber für meinen Geschmack etwas langatmig. Zwischendurch lag mir der Schwerpunkt auch ein wenig zu viel auf Großbritannien ... Vor allem am Anfang musste ich noch ein wenig an eine Soap-Opera denken (Ziemlich viel Liebe und Sex), aber später wurde das Gott sei Dank besser. Die Beschreibung der Schlachten war jetzt auch nicht meins, aber das ist mein ganz persönliches Desinteresse an diesen Dingen - dafür kann Follett nichts.

Was ich allerdings ein wenig vermisst habe, ist der Anteil Österreichs am Krieg. Nachdem am Anfang ein Österreicher in der Geschichte erwähnt wird, dachte ich, da kommt mehr als nur die Beschreibung des Attentats in Sarajewo und die Kriegserklärung Österreichs ...

Mein Fazit:


Ich werde bestimmt weiterlesen, einfach weil mir trotz dieser Kleinigkeiten die Figuren ans Herz gewachsen sind und ich wissen will, wie es mit den Familien weitergeht :). Darüber hinaus bin ich auch neugierig, wie Follett mit dem 2. Weltkrieg umgeht.

  • ★★★★★
  • Taschenbuch
  • 1037 Seiten
  • Bastei Lübbe
  • 978-3404166602

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